Kurz vor Ende des Schuljahres sind viele Schülerinnen und Schüler bereits mit den Köpfen bei der Planung des Urlaubs, der sie in die verschiedensten Länder führen wird. Dass Mali in Westafrika auch auf nur einer der Planungslisten steht, ist wohl auszuschließen – mit gutem Grund: Denn das Land gehört zu den Krisenregionen dieser Erde und hat die UNO um Hilfe gebeten bei der politischen Restabilisierung des Landes. Gerade deshalb aber sollte Mali im Zentrum zweier Vorträge stehen, die zwei Offiziere der Bundeswehr vor den Schülerinnen und Schülern der 10. Klassen des Robert-Schuman-Gymnasiums hielten. Hauptmann Klaus Schedlbauer, Jugendoffizier für Niederbayern, und Major Marcell Voltmer, Kompaniechef mit Einsatzerfahrung in Afghanistan und Mali, waren der Einladung der Fachschaft Geschichte gefolgt und mit dem Auftrag angetreten, die Schülerinnen und Schüler aus unterschiedlichen Perspektiven mit dem Problemfeld Auslandseinsätze der Bundeswehr vertraut zu machen.

Jugendoffizier Hauptmann Klaus Schedlbauer sensibilisiert die Schumanistinnen und Schumanisten für die politische Dimension der deutschen Auslandseinsätze

Zunächst stellte Jugendoffizier Schedlbauer vor, wie es überhaupt zu Auslandseinsätzen der Bundeswehr kommt. Dies geschehe wie im Fall Mali mit einem UN-Mandat an die NATO, die dieses daraufhin an ihre Mitgliedsstaaten übergibt. Bevor allerdings nun deutsche Truppen in Marsch gesetzt werden, muss erst der Bundestag darüber abstimmen. Hier forderte Schedlbauer auch die Jugendlichen auf, aufmerksam der öffentlichen Berichterstattung zu folgen und politisch interessiert zu sein, da ein solcher Einsatz schließlich das Leben deutscher Soldaten, Mitbürger, vielleicht ja auch von Freunden und Angehörigen in Gefahr bringe. Aufgrund dieser Bedeutung sei es das Mindeste, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen und sich eine eigene Meinung zu bilden.

Insgesamt, so erklärte der Hauptmann, seien von den etwa 177.000 aktiven Soldaten der Bundeswehr etwa 3.500 bis 4.000 Mann im Einsatz. Der wichtigste Einsatzort sei momentan Mali, wo unter dem immer wieder verlängerten und erweiterten UN-Mandat MINUSMA und der EU Trainingsmission insgesamt ca. 1.200 deutsche Soldaten, darunter auch etwa 70 Frauen, ihren Dienst tun.

Kompaniechef Major Marcell Voltmer berichtet von seinen Erlebnissen im Einsatz

An dieser Stelle ergriff nun Major Voltmer das Wort, der im Vorjahr als Kompaniechef mit seiner 144 Mann starken Aufklärungseinheit in Mali eingesetzt war. Er verstand es, sowohl auf humorvolle Weise vom Alltagsleben im Einsatz und den durch seine Einheit  ausgeführten Operationen zu berichten, als auch die Jugendlichen für die Gefahren und Schwierigkeiten, denen Soldaten bei Einsätzen ausgesetzt sind, zu sensibilisieren.

Er erläuterte den großen logistischen Aufwand, den eine mehrtägige Operation in der Wüste erforderlich macht, um die Truppe ausreichend mit Treibstoff, Essen und vor allem Wasser zu versorgen. Außerdem bestehe natürlich, so der Aufklärungsoffizier, immer die Gefahr, aus dem Hinterhalt angegriffen zu werden. Er selbst sei froh, dass während seines Einsatzes keiner der ihm unterstellten Soldaten verwundet oder gar getötet worden sei.

Gespannt lauschten die Schumanistinnen und Schumanisten den Worten der beiden Offiziere und es war den Mienen anzusehen, dass die Ausführungen Denkprozesse in Gang gesetzt hatten. Zum Schluss bedankten sich Schulleiter Günter Habel und Geschichtsfachbetreuer Dr. Paul Schrott bei den beiden Offizieren und auch bei Dr. Andreas Stangl, der als Mitglied des Elternbeirats den Anstoß zu diesem Vortrag gegeben hatte und den Kontakt zur Panzerbrigade 12 hergestellt hatte.