Einst war die Donau die Grenze des Imperium Romanum. Der große Flusslauf bildete – wie auch der Rhein – den „nassen Limes“, eine natürliche Grenzlinie. Zwar machte hier der römische Vormarsch halt, doch strahlt die römische Kultur auch heute noch ins jenseitige Barbaricum ab!

Denn aus eben diesem „Barbaricum“ machten sich die Schülerinnen und Schüler der fünften Klassen des Robert-Schuman-Gymnasiums in Cham, die Latein als erste Fremdsprache gewählt haben, auf nach Castra Regina, dem heutigen Regensburg. Dort statteten die begeisterten Lateiner wurden in Begleitung ihrer Lehrer Dr. Paul Schrott und Berno Secknus der Römerabteilung des Historischen Museums am Dachauplatz einen Besuch ab.  

Dort sollten die Schülerinnen und Schüler hautnah mit der großartigen Kultur der Römer in Kontakt kommen, über die sie bereits viel im Unterricht aus Büchern und Texten gehört und gelesen hatten. Während einer interaktiven Führung durch die Römerabteilung erfuhren sie, wie der Alltag der Menschen vor knapp 2.000 Jahren aussah! Essen, Trinken, Kleidung, Geld, oder auch die Bewaffnung der römischen Truppen wurden dabei anhand der Exponate erklärt. Doch standen nicht die Erklärung der fachkundigen Mitarbeiter des Museums im Vordergrund, sondern die Schülerinnen und Schüler wurden selbst aktiv: In kleinen Gruppen erarbeiteten sie sich anhand der pädagogisch wertvoll aufgearbeiteten Materialien einzelne Bereiche und präsentierten die gewonnenen Erkenntnisse als Experten ihrer gesamten Klasse – natürlich im freien Vortrag, da Aufzeichnungen oder Ablesen nicht erlaubt waren.  So wurden hier historisches Lernen und rhetorische Schulung mit einem alten altrömischen Konzept verbunden: „docendo discimus“ – „durch Lehren lernen wir“.

Lernen durch Lehren – Schüler erklären Schülern

In einem zweiten Teil nahmen die Schumanisten an einem Workshop teil! Dabei wurden sie zum einen mit der römischen Baukunst bekannt gemacht, zum anderen mit einer künstlerischen Idee konfrontiert, die heute zwar nicht mehr sehr häufig Anwendung findet, aber lange Zeit in der Malerei fortgewirkt hat: dem Fresko. Je nach dem eigenen Geschmack gestalteten die Schülerinnen und Schüler ein kleines Bild nach römischem Vorbild wie einen Leoparden, eine idyllische Landschaft oder ein Porträt. Hier galt es nicht nur exakt, sondern auch noch zügig zu arbeiten, da die Farben in den noch feuchten Putz eingearbeitet werden müssen, damit sie dauerhaft zur Wirkung kommen. Die gelungen Kunstwerke durften natürlich nach Hause genommen werden.

Zügige Kunst – das Malen der Fresken

Nach diesem interessanten Ausflug konnten die jungen Latinisten mit vielen neuen Eindrücken die Rückkehr nach Cham antreten. Dass die römische Kultur und die lateinische Sprache zu solcher Freude und solchem Engagement führen können, zeigt den nach wie vor ungebrochenen Wert und den Nutzen humanistischer Bildung für Kopf, Herz und Hand zur Orientierung in einer modernen Welt!