Während das Junge Landestheater Bayern in dieser Spielsaison im Rodinger Cinema gastierte, hatten die drei Schülerinnen Hannah Baltes, Magdalena Merkler und Leonie Rötzer die Gelegenheit, an einem Projekt teilzunehmen, das in Kooperation mit der Stiftung Zuhören des Bayerischen Rundfunks realisiert wurde.

Die drei Schumanistinnen folgten zusammen mit Schülerinnen und Schülern anderer Schulen der Einladung der Regisseure Matthias Fischer und Vera Schweinstetter und wurden vom gesamten Ensemble, das in Roding das Stück „Menschenerde – ein anderer kleiner Prinz“ inszenierte, überaus herzlich aufgenommen.

Unter der Anleitung von Peter Allgaier bekamen die Schülerinnen aus der 11. Jahrgangsstufe aus erster Hand sehr konkrete Einblicke in ein Asylverfahren, leisteten journalistische Recherchearbeit und erarbeiteten Videobeiträge, die auf der Plattform www.grenzgeschichten.net abrufbar sind (Titel: Der Fall Aziz). Hannah findet es im Rückblick „super, dass wir die Möglichkeit hatten, so selbstständig zu arbeiten, und dass uns viel zugetraut wurde.“ Und alle stimmen dem zu, was Magdalena als besonders beeindruckend empfand: „Das Highlight war für mich, als wir mit Aziz in sein Flüchtlingsheim gefahren sind und seine Tante, seinen Onkel und deren Kinder kennenlernen durften. Die waren alle total nett und super gastfreundlich, obwohl sie uns nicht kannten.“ Dass die Erlebnisse nachhaltig wirken, beweist die Tatsache, dass der Kontakt zu dem jungen Mann aus Afghanistan auch aktuell noch besteht.

Als im März das Junge Landestheater für sein herausragendes kulturelles Engagement und seine Integrationsarbeit mit dem Kulturpreis des Kulturvereins Bayerischer Wald e.V. durch Landrat Franz Löffler sowie Bärbel Kleindorfer-Marx und Timo Bullemer vom Kulturverein geehrt wurde, waren die Schülerinnen natürlich auch vertreten.

Als Anerkennung für ihre engagierte Teilnahme an dem Projekt wurde den Schülerinnen durch die Stiftung Zuhören und die Bayerische Sparkassenstiftung ein Zertifikat ausgestellt, das ihnen Schulleiter Günter Habel und Theaterlehrer Wolfram Steininger überreichen durften.

Die drei Schülerinnen spielen seit vielen Jahren am Robert-Schuman-Gymnasium Theater. Letztes Jahr waren sie in der „Krabat“-Inszenierung Juro, Lyschko und Lobosch. Selbstverständlich werden sie auch in diesem Jahr bei Frank Wedekinds „Frühlings Erwachen“ wieder mit von der Partie sein. Leonie Rötzer wird dabei Wendla verkörpern (Aufführung am Donnerstag, den 26. Juli 2018 um 19 Uhr in der Turnhalle am RSG).