Vergangene Woche besuchte MdB Marianne Schieder (SPD) das Robert-Schuman-Gymnasium in Cham und stand den Zehntklässlern Rede und Antwort. Die Juristin, geboren in der Nähe von Wernberg-Köblitz, gehörte von 1994 bis 2005 dem Bayerischen Landtag an und ist seit 2005 Mitglied des Bundestages für den Wahlkreis Schwandorf, zu dem die Landkreise Cham und Schwandorf gehören.

Die parlamentarische Geschäftsführerin der SPD-Fraktion berichtete zunächst über ihren Werdegang sowie über ihre alltägliche Arbeit in Berlin und ging dann rasch zur Beantwortung der zahlreichen Schülerfragen über. Im Laufe der regen, teilweise auch durchaus kontroversen Diskussion äußerte sie die Hoffnung, dass der innenpolitische Fokus in Zukunft nicht mehr nur auf der Asylpolitik liege, sondern auch auf Bildungspolitik, Renten und Wohnungsbau gerichtet werde. Der Staat habe die Flüchtlingskrise gut gemeistert und die immer wieder geäußerten Ängste vor kriminellen Ausländern seien – wie auch die aktuelle Kriminalitätsstatistik zeige – sehr übertrieben. Sie hoffe daher, dass der „braunen Saat“ bald der Boden entzogen werde. Vehement wandte sich Marianne Schieder gegen die AfD und kritisierte einerseits das Vokabular der Partei, das eine nicht zu leugnende Nähe zum Nationalsozialismus zeige. Andererseits habe sich die Partei auch wegen ihrer mangelnden konstruktiven Mitarbeit in den Parlamentsgremien als völlig ungeeignet für Regierungsverantwortung erwiesen. Die AfD sei zwar demokratisch gewählt, aber Frau Schieder warnte: „Wehret den Anfängen! Nationalismus bringt weder Deutschland noch Europa vorwärts.“ Kontrovers wurde auch über die Waffenexporte der Bundesrepublik in Krisenländer sowie über das weiterhin geltende Cannabis-Verbot diskutiert.

Die stellvertretende Schulleiterin Angela Schöllhorn bedankte sich im Namen der Schule sehr herzlich für die Bereitschaft von Frau Schieder, sich den Schülern zur Diskussion zu stellen.

In der kommenden Woche reisen die 10. Klassen des Robert-Schuman-Gymnasiums auf Studienfahrt nach Berlin und besuchen hierbei auf Einladung von Frau Schieder auch den Deutschen Bundestag.