„(Aus)Bildung ist der beste Reiseproviant für die Reise zum hohen Alter!“ Dieses  Motto des griechischen Philosophen Aristoteles nahmen sich die Sechstklässler des Robert-Schuman-Gymnasiums in Cham zu Herzen und sammelten viele Eindrücke bei ihrer Reise an den rätischen Limes bei Eichstätt. Bereits zum fünften Mal boten die Fachschaften Latein und Geschichte diese Exkursion für die Klassen der sechsten Jahrgangsstufe an. In den letzten Tagen des Schuljahres fuhren die Schülerinnen und Schüler drei Tage in Begleitung der Lehrkräfte Christina Fischer, Christiane Gößmann, Diana Lohmer-Lößl, Dr. Paul Schrott, Raphael Tomzyck und Philipp Ulrich nach Eichstätt und erlebten eine Reise in die Welt der alten Römer – mit kleinen Abstechern in die prähistorische Zeit der Flugsaurier und ins Mittelalter.

Bei Sonne im Bad – die Besichtigung der Thermen von Weißenburg

Zunächst führte sie die Reise nach Biriciana (Weißenburg). Dort konnten die Schülerinnen und Schüler die kulturelle Größe des römischen Imperiums erahnen, das sogar in kleinen Grenzgarnisonen gewaltige Befestigungsbauten und den Luxus des Bäderwesens bot. Die Weißenburger Thermen demonstrieren die Überlegenheit der römischen Architektur, die vor knapp 2.000 Jahren schon die Annehmlichkeit einer energetisch klug genutzten Hypokaustenheizung (Wand- und Fußbodenheizung) ermöglichte.

Beim Gang durch die teilrekonstruierten Reste der antiken Thermen und des Kastells konnten die Schülerinnen und Schüler mit eigenen Augen an den Orten des historischen Geschehens die faszinierende Welt der Antike erleben. Sie erhielten dabei durch Autopsie Antworten auf verschiedene Fragen, die sie sonst nur mühsam durch das Wälzen ihrer Schulbücher finden können.

Dann wurde das Jugendhaus Pfünz angesteuert, das bereits zum vierten Mal den Ausgangspunkt für die Ausflüge der nächsten Tage darstellte, aber auch reichlich Möglichkeiten zur individuellen Freizeitgestaltung bot. Pfünz, das römische Vetoniana, einstmals auch Standort eines Römerkastells, ist ein sehr würdiger Rahmen für diese Exkursion und lud natürlich dazu ein, an einem Abend noch einem kurzen Spaziergang durch die antiken Stätten machen.

Am zweiten Tag sah das von der Lateinfachbetreuerin Diana Lohmer-Lößl erarbeitete Programm für die Schülerinnen und Schülern zwar nur einen kleinen „Schritt“ (nach Eichstätt) vor, doch musste ein gewaltiger Zeitsprung bewältigt werden. Denn die Schumanisten statteten dem Juramuseum auf der Eichstätter Willibaldsburg einen Besuch ab, wo die Jugendlichen vieles über die Entwicklung der Erde und den „Urvogel“ Archaeopteryx erfahren konnten. Dabei wurde nicht nach einzelnen Jahren, sondern nach Jahrmillionen gemessen!

In der „Fälscherwerkstatt“ kolorieren die Schülerinnen und Schüler Abgüsse!

Auch durften die Schumanisten selbst eine archäologische Grabung im Besuchersteinbruch Blumenberg vornehmen. Die kleinen Funde wie Dendriten und Ammoniten oder auch Kristalle durften nach Hause mitgenommen werden und so kehrte der eine oder andere trotz schweißtreibender Temperaturen freudestrahlend mit reicher Beute nach Hause zurück.

Dem Archaeopteryx auf der Spur – Graben im Steinbruch Blumenberg

Der dritte und letzte Tag der Exkursion stand nach dem Räumen des Pfünzer Quartiers wieder ganz im Zeichen des Imperium Romanum. Im Römer- und Kelten-Museum von Manching bei Ingolstadt konnten die Schumanistinnen und Schumanisten etwa den berühmten Bootsfund von Oberstimm mit eigenen Augen begutachten und sie durften die Last der Ausrüstung eines römischen Legionärs hautnah erleben und (er)tragen.

In den Kleidern eines Römers – das hautnahe Experiment

Zum Schluss wurden nach römischem Vorbild eigenhändig Glücksbringer aus Metall gefertigt, bevor die Heimreise nach Cham angetreten wurde. 

Volle Kraft voraus – Schumanisten im Teilnachbau des Oberstimmbootes

So kehrten die Schumanisten neben vielen historischen Erkenntnissen auch um viele Erfahrungen reicher heim: Denn neben allem Streben nach Bildung steht bei derartigen Exkursionen doch das Erleben sozialer Gemeinschaft im Mittelpunkt:

Die Schülerinnen und Schüler lernen sich intensiver kennen, Freundschaften festigen sich und die Klassengemeinschaft wird gestärkt. Gerade auch Tugenden wie Herzlichkeit und Fürsorge im Umgang miteinander, die das RSG als „Schule mit Herz“ auszeichnen, wurden an diesen Tagen oftmals an kleinen Dingen – wie der Sorge für angeschlagene Mitschüler – deutlich. Daher dürfen Lehrer und Schüler mit Freude und Stolz auf diese sehr gelungene Unternehmung zurückblicken.