"Unendlich ist der Vergangenheit und der Zukunft Zeit; die Zeit der Gegenwart ist begrenzt.“ Diese weisen Worte des griechischen Philosophen Zenon von Elea (490 – 430 v. Chr.) nahm sich die Schulfamilie des Robert-Schuman-Gymnasiums zu Herzen, wenngleich natürlich die Vergangenheit der Schule mit 50 Jahren nur eine „halbe Ewigkeit“ umfasst, und feierte am Samstag, den 13. Juli 2019, das Schulfest, zu dem sich viele Schumanistinnen und Schumanisten einfanden und das diesen noch sehr lange in bester Erinnerung sein wird. Besonders schön war, dass sich viele ehemalige Schülerinnen und Schüler die Zeit genommen hatten, sich im ungezwungenen Zusammensein gemeinsam an ihre Schulzeit zu erinnern und einige schöne Stunden miteinander zu verbringen.

Bereits am Vormittag war von zwei Ehemaligen des RSG, Pastorin Gertrud Göpfert (geb. Voggenreiter, Abiturjahrgang 1980) und Pfarrer Thomas Winderl (Abiturjahrgang 1999), ein ökumenischer Gottesdienst zelebriert worden, der von den Religionslehrerinnen Corinna Roider und Carolin Schwarz vorbereitet worden war.

 

Auch zwei Schumanisten: Pastorin Gertrud Göpfert und Pfarrer Thomas Winderl

Zeit und Erinnerung waren dabei die Leitthemen und so erinnerten Schülerinnen und Schüler in einem kleinen szenischen Spiel aus dem Theaterstück „Die Zeitmaschine“ anhand einiger besonderer Ereignisse an 50 Jahre Schulgeschichte. Dabei kam es ihnen jedoch vor allem auf die Werte an, die das RSG vertritt: Kreativität, Engagement, Zusammenhalt, Teamgeist, Weltoffenheit, Toleranz und Integration.

 

Die Zeit vergeht - auch in der Zeitmaschine

Auch Schulleiter Günter Habel freute sich, dass so viele Gäste sich die Zeit genommen hatten und wünschte ihnen eine gute ungezwungene Zeit für den Austausch von Erinnerungen.

 Schulleiter Günter Habel begrüßt seine Gäste

So stand dann auch der Nachmittag vor allem im Zeichen des gemütlichen Beisammenseins. Das P-Seminar Wirtschaft unter der Leitung von Studienrätin Andrea Hackl hatte für diese Zusammenkunft zusammen mit vielen hilfreichen Händen alle Vorkehrungen getroffen und so waren nicht nur stündliche Schulhausführungen durch aktuelle und ehemalige Lehrer möglich, sondern es gab auch eigene „Erinnerungsräume“ im zweiten Stock des Hauses. Dabei wurden zu jedem Jahrzehnt Diashows – untermalt mit Musik der Zeit – präsentiert, die zum Verweilen und Zurückdenken einluden.

Kenner des RSG - StD a.D. Hans Koller führt ehemalige schüler durch "sein" RSG.

Die SMV hatte zudem ein Kinderprogramm organisiert, das mit einem Bobby-Car-Rennen und sportlichen Aktivitäten wie ein Abenteuer-Parcours aufwartete. Auch war es möglich, Kicker zu spielen, Dartpfeile fliegen zu lassen oder sich gar schminken zu lassen. Am späten Nachmittag gab es sogar eine Zaubershow und einen Auftritt der Comedian Schumanists.

    

Ein wahrhaft buntes und abwechslungsreiches Programm

Natürlich war auch für das leibliche Wohl der Gäste gesorgt. Auf dem Lehrerparkplatz gab es Mittagessen durch das ASD Catering, in der Mensa stand ein Salatbuffet bereit und es gab reichlich Kaffee und Kuchen. Sogar an veganes Essen, Craftbeer und Cocktails hatte das P-Seminar gedacht. In der Pausenhalle war zudem durch einige Mitglieder der Gruppe Some1els?e oder die Schul-Bigband, die sich mit Ehemaligen verstärkt hatte, für beste musikalische Unterhaltung gesorgt.

 

Beste Musik mal eher Rock, dann der tolle Sound der RSG Bigband

Ab 17 Uhr folgten einige Auftritte, die die Gäste in Staunen versetzten: So traten eine Tanzgruppe unter der Leitung von Frau Hör und die von Frau Fischer trainierte Gymnastikgruppe in der unteren Sporthalle auf.

 

Heiße Rhythmen und viel Bewegung - die faszinierenden Tanz- und Turneinlagen

Ein Highlight des Nachmittags war sicherlich, als die Schulfamilie gemeinsam zusah, wie die zukünftigen RSG’ler Luftballons in den wolkenverhangenen Himmel steigen ließen. Im Anschluss daran folgte der feierliche Höhepunkt des Tages: das Schulkonzert.

 

Mehr als 99 Luftballons ließe die künftigen Schumanisten steigen!

Die Fachschaft Musik hatte unter der Gesamtleitung von Martin Trosbach ein buntes Musikprogramm für Orchester und Chor zusammengestellt, das des Anlasses würdig war. Anders als bei den üblichen Schulkonzerten bestand die Besetzung jedoch nicht nur aus aktuellen Schülerinnen und Schüler, sondern es war Martin Trosbach gelungen, für dieses einmalige Ereignis Chor und Orchester mit zahlreichen Ehemaligen zu besetzen. Schon Wochen im Voraus hatten sie sich immer wieder zu Proben getroffen – ein Aufwand, der sich ohne Frage gelohnt hatte:

Nach der Begrüßung der Gäste übergab Schulleiter Günter Habel die Moderation an Simone Frank (Q11) und Raimund Trosbach, sodass auch hier die Verteilung die gegenwärtige und die ehemalige Schülerschaft repräsentierte. Raimund Trosbach erklärte, dass das Programm verschiedene Abschnitte in der musikalischen Arbeit am RSG repräsentiere und den verschiedenen Musiklehrern und ihrem Wirken gewidmet sei.

 

Die Moderation mal jugendlich-frech, mal junggeblieben-ironisch

Das große Orchester

Das Festkonzert begann vielsagend mit der „Feiermusik“ (Sinfonia in A) des Lübecker Komponisten Franz Tunder und „Zur Feier“, das das Schulorchester, unterstützt von vielen Ehemaligen kraftvoll anstimmte. Dann sangen Schul- und Lehrerchor – erneut begleitet durch das Schulorchester – den Festgesang aus Christoph Willibald Glucks „Iphigenie in Aulis“.

Im Anschluss an diese Hommage an das Jubiläum der Schule folgte ein Bach-Konzert (BWV, 4. Brandenburgisches Konzert) für zwei Flöten, Cembalo und Streicher. Meisterhaft demonstrierten Ruth Spitzenberger am Cembalo, Bernadette Kandsperger an der Querflöte und Raimund Trosbach an der Blockflöte die hochwertige musikalische Ausbildung, die am RSG grundgelegt wurde, und interpretierten das „sakrisch schwierige Stück“, wie Moderator Raimund Trosbach zuvor gesagt hatte, in meisterlicher Weise. Vor allem das komplexe Spiel von Ruth Spitzenberger am Cembalo wusste zu faszinieren.

 

Bachs 4. Brandenburgisches Konzert - sakrisch schwer, aber auch sakrisch gut gespielt!

Daraufhin spielte das Celloquartett des RSG, das mit Beate Amberger, Barbara Secknus, Michael Dauelsberg und Martin Trosbach „Vier Charakterstücke“ von Pjotr Iljitsch Tschaikowski – nämlich „ Abendgebet“, „Polka, „Süße Träumerei“ und „Walzer“ – äußerst gelungen präsentierte.

 

Das Celloquartett - vierfach gut!

Zum Ende des kurzen Konzertes folgte zunächst ein mozarteisches Klarinettenkonzert (KV 622 II. Satz Adagio) mit einem virtuosen solistischen Beitrag von Musiklehrer Florian Simeth, der seinem Ruf als hervorragender Klarinettist wieder einmal gerecht wurde.

Virtuoses Klarinettenspiel in Person: Florian Simeth

Schließlich betrat erneut das Große Orchester mit Solisten und Chor die Bühne. Es folgten einige Auszüge aus Mozarts „Zauberflöte“, die von Susanne und Anna-Lisa Trosbach (beide Sopran), Stephan Becker (Bariton) und dem Ensemble Sologesang des RSG vorgetragen wurden. Zuerst wurde „Der Marsch der Priester“ gespielt, es folgte das Duett „Bei Männern, welche Liebe fühlen“. Susanne Trosbach und Stephan Becker begeisterten dabei in den Rollen der Pamina und des Papageno. Die Stücke „Das klinget so herrlich“ – ebenfalls Duett und Chor – und das Knabenterzett „Bald prangt, den Morgen zu verkünden“, mit den Mädchen des Sologesangs-Ensembles als den drei Knaben, bereiteten den furiosen Abschluss des Konzertes vor.

Susanne Trosbach und Stephan Becker im Duett als Pamina und Papageno

Der Schlusschor entließ mit „Die Strahlen der Sonne vertreiben die Nacht“ die Schulfamilie in den Abend. Schulleiter Günter Habel bedankte sich bei Maestro Martin Trosbach und allen Mitwirkenden, die mit viel Engagement und Herzblut dieses Festjahr, diesen Tag und auch dieses Konzert so hervorragend gestaltet hatten und wünschte den Schumanisten noch einen schönen feierlichen Abend.

 

Schulleiter Günter Habel dankt Maestro Martin Trosbach für ein herausragendes Konzert.

So war das Schulfest ein denkwürdiger Tag, der auch seinen besonderen Platz in den Geschichtsbüchern der Schule, aber auch in der unendlichen Weite der menschlichen Erinnerung haben wird, auch wenn natürlich die Zeit der Gegenwart leider begrenzt ist.