„Wo aber keine Gemeinschaft ist, da kann auch keine Freundschaft sein.“ Mit diesen Worten betont der griechische Philosoph Platon, dass Freundschaft ohne Gemeinschaft nicht gelingen kann. Wie jedem bekannt ist, kann Freundschaft nicht erzwungen werden Doch ist ein offener, positiver Umgang sicherlich eine gute Voraussetzung für das Entstehen einer Freundschaft. Diese ist natürlich nicht nur im privaten Bereich erstrebenswert, sondern auch in Arbeit und Beruf ist ein kollegialer Umgang mit den Mitarbeitern ein Gewinn für alle. Denn wer wünscht sich nicht ein harmonisches Verhältnis zu seinen Mitarbeitern, das die Arbeit zur kollegialen Freude werden lässt?

Im Bereich der Arbeitswelt fällt hierbei oft der Begriff „Sozialkompetenz“. Doch fällt diese oftmals eingeforderte Sozialkompetenz nicht einfach vom Himmel, sondern sie muss von klein auf gelernt werden! Diese Aufgabe kommt in hohem Maße den Schulen zu, zumal der Lernort Schule selbst auf diese Tugend angewiesen ist – sei es bei der altbekannten Zusammenarbeit von Lehrern und Schülern, sei es beim kollegialen Verhältnis der Mitschüler untereinander!

(Sc)Humanisten können sich blind vertrauen!

Am Robert-Schuman-Gymnasium in Cham als „Schule ohne Rassismus“ ist man sich dieser Tatsache bewusst und verbindet das Angenehme mit dem Nützlichen! Denn gleich vom ersten Schultag an sollen die jungen Gymnasiasten das herzliche (sc)humanistische Miteinander erleben und auch selbst praktizieren. Dazu werden sie in den ersten Tagen an der neuen, bislang noch fremden, Schule nicht nur von ihren Klassenleitern, sondern auch von den Tutorinnen und Tutoren aus der zehnten Jahrgangsstufe mit den wichtigsten Anliegen des neuen „Lebensraums Schule“ vertraut gemacht. Gerade die Fragen „Wo muss ich hin?“ und „An wen kann ich mich wenden, wenn ich mal Hilfe brauche?“ spielen eine zentrale Rolle, damit die Kinder einen gelungenen – und vor allem angstfreien – Start an der neuen Schule erleben.

Neben den genannten Elementen, die den Neu-Schumanisten die Eingewöhnung erleichtern sollen, ist seit ein paar Jahren der Einsatz des Erlebnispädagogen Franz Guggenberger ein weiterer wichtiger Baustein. Daher durfte jede der fünften Klassen einen Schultag mit Herrn Guggenberger auf der Chamer Luitpoldhöhe verbringen. Es ging dabei vor allem darum, den Schülerinnen und Schülern in den ersten gemeinsamen Tagen am RSG Cham den Schritt in die neue Klassengemeinschaft zu erleichtern. Zudem konnten sie so fernab des klassischen Unterrichts ungezwungen in der freien Natur ins Gespräch kommen und neue Freundschaften knüpfen. 

Der Erlebnispädagoge zeigte den Schülerinnen und Schülern an einigen Spielen die Bedeutung von gegenseitiger Rücksichtnahme, gegenseitigem Respekt und gegenseitiger Toleranz. „Ein Spiel macht nur dann Spaß, wenn die Regeln von allen beachtet werden, sonst ist es langweilig und trivial“, so Guggenberger. Auch lernten die Mädchen und Jungen, dass es wichtig ist, den Mitmenschen zuzuhören und sich abzusprechen, um gemeinsam ein Ziel zu erreichen. „Es kommt nicht immer nur darauf an, was ich zu sagen habe. Ich muss mir auch anhören, wenn andere etwas zu sagen haben. Vielleicht hat ja in einer Gruppe gerade der Leiseste die beste Idee!“

Eine(r) spricht und alle hören zu – klare Gesprächsregeln im Kreis-Rat

So waren die vielseitigen Spiele und Aufgaben, die Franz Guggenberger den Schülerinnen und Schülern stellte, stets nur gemeinschaftlich zu bewältigen. Dass für Egoismus kein Platz ist, verdeutlichte Guggenberger immer wieder sehr eindrucksvoll durch eine kurze, im Teamkreis geführte Besprechung!

Als Abschlusstest galt es einen Piratenschatz zu heben, der an einem unerreichbaren Ort – mitten im eiskalten Wasser des Kneipp-Beckens – versteckt war. Um nun trockenen Fußes an den reichen Gummibärchen-Hort zu kommen, waren – ganz im Geiste Pestalozzis und des RSG – „Kopf, Herz und Hand“ notwendig und natürlich Teamgeist. Denn nur so wurde es einem Klassenkameraden ermöglicht, das Abenteuer erfolgreich zu meistern und zum „Retter der Gummibärchen“ zu werden, um dann alle von der gemeinsamen Anstrengung profitieren zu lassen. Dieser Tag war nicht nur aufgrund der erbeuteten Gummibärchen ein Gewinn für die jungen Schumanistinnen und Schumanisten, sondern auch für ihr weiteres (Schul-)Leben eine maßgebliche und maßgebende Erfahrung!