Ein Nachmittag voller Erkenntnisse – der Tag der offenen Tür am RSG

 

Wenn Menschen in der Antike etwas über ihre Zukunft erfahren wollten, wandten sie sich an das Orakel von Delphi. Dieses war dem Gott Apollon geweiht und vertrat den Wahlspruch „Erkenne dich selbst“. Diesem Grundsatz folgte auch die Schulfamilie des RSG und lud zum traditionellen Tag der offenen Tür ein. Dabei boten die Schumanisten im Gegensatz zum Orakel von Delphi nicht vage Prophezeihungen, sondern gewährten den zahlreichen Besuchern auf vielfältige Weise klare Einblicke in das Schulleben am RSG. Sie gaben vor allem den Kindern und ihren Eltern die Möglichkeit zu erkennen, welche verschiedenen Angebote das Gymnasium für sie bereithält. So präsentierten Schüler und Lehrer den künftigen Gymnasiasten und deren Eltern eine breite Palette der am RSG gebotenen Unterrichts- und Wahlfächer, sowie der über den eigentlichen Unterricht hinausgehenden Fördermöglichkeiten. Das bunte Programm zeigte eindrucksvoll, dass am RSG die Schülerinnen und Schüler im Mittelpunkt jeder schulischen Aktivität stehen:

So hatten auch gleich zu Beginn die Schüler des Schulorchesters unter der Leitung von Martin Trosbach sowie das von Susanne Trosbach betreute Gesangsensemble das erste „Wort“ und begrüßten die Gäste musikalisch. Auch die Bläserklasse unter Leitung von Florian Simeth gefiel mit einigen Rockballaden wie „We will rock you“.

Umrahmt von diesen Attraktionen gab Schulleiter Günter Habel einen Überblick über das Schulprofil unter fachlichen und sozialen Aspekten: Das RSG legt – neben der intellektuellen Bildung – größten Wert auf eine warmherzige Atmosphäre im Umgang zwischen Schülern und Lehrern. Ein anregender, moderner Unterricht kann nur auf einer angstfreien und vertrauensvollen Atmosphäre aufbauen. Die pädagogische Arbeit am RSG ist dem auf Pestalozzi zurückgehenden Schulmotto „Mit Kopf, Herz und Hand“ verpflichtet. Gerade die Persönlichkeitsbildung stellt einen zentralen Bereich der Ausbildung dar, da es Ziel des Gymnasiums ist, die Entwicklung der Kinder und Jugendlichen zu selbstständigen und engagierten Erwachsenen zu fördern. Gerade in den ersten Tagen, Wochen und Monaten ist die Schulfamilie des RSG bemüht, den neuen Schülern das Hineinwachsen in das noch unbekannte Umfeld zu erleichtern und am Gymnasium „heimisch“ zu werden. Aus dem breiten Repertoire der Hilfestellungen führt Schulleiter Habel exemplarisch die Betreuung durch die Tutoren und den Einsatz eines Erlebnispädagogen als wichtige Bestandteile an.  

Dass nicht nur Günter Habel „aus der Klasse 51 A“ von seinem Gymnasium überzeugt ist, bewiesen die Fünftklässler, die unter dem Motto „Letztes Jahr war ich an deiner Stelle“ den interessierten Grundschülern Rede und Antwort standen. Sie bestätigten, wie behutsam sie  aufgenommen und an die neuen Aufgaben herangeführt wurden. Natürlich berichteten sie auch von Veränderungen, die der Übertritt ans Gymnasium mit sich bringt. Doch seien diese, so die Fünftklässler, durch die herzliche Unterstützung der Mitschüler, Tutoren und Lehrkräfte ohne Probleme zu meistern. So müsse man sich etwa erst daran gewöhnen, in jedem Fach einen anderen Lehrer zu haben oder den Raum öfter wechseln zu müssen. Nach wenigen Tagen „funktioniere das alles aber recht gut“.

Aus der Sicht eines „erfahrenen RSG-Hasen“ schilderte die Schülerin Theresa Ried aus der Q 12 ihren Werdegang am RSG. Sie berichtete über die vielen positiven Erfahrungen, die sie in den zurückliegenden (fast) acht Jahren im Umgang mit den Lehrern und Mitschülern gemacht hat.

Zum Abschluss der Einführung ermutigte auch der Elternbeiratsvorsitzende Harald Jucht die Eltern der Grundschüler zum Übertritt an das Gymnasium. Er  fand herzliche Worte für die Schulfamilie des RSG und unterstrich die Bereitschaft seines Gremiums, sich zusammen mit der Elternschaft für die Belange der Schüler und ihrer Eltern einzusetzen.   

Nach dem offiziellen Teil war nun für die Besucher die Zeit gekommen, sich den vielfältigen Informationen und Attraktionen, die in den Klassenzimmern und Fachräumen von den Fachschaften mit Unterstützung vieler Schüler für sie vorbereitet waren, zu widmen und Eindrücke zu sammeln. Sowohl Erwachsene als auch Kinder staunten über die kreativen Betätigungsmöglichkeiten und zeigten stets großes Interesse für die ausgestellten Phänomene, Aufgaben und Spiele.  

In den Räumlichkeiten der Fachschaft Latein und Griechisch bot sich Gelegenheit, antike Spiele wie „Rundmühle“ auszuprobieren oder sogar selbst ein solches Spiel herzustellen. Auch konnte man bereits Fühlung mit den Sprachen Latein und Griechisch aufnehmen. Bei „Latein zum Anfassen“ war es möglich, seinen Namen in griechischen Buchstaben auf Papyrus zu schreiben oder ein Mosaik zu kreieren. Es wurde das Diplom eines römischen Bürgers verliehen – selbstverständlich mit dem geeigneten Passfoto entweder in der Rüstung eines römischen Legionärs, einer feinen römischen Dame oder gar eines Senators!

Genauso gastfreundlich und weltoffen luden die Fachschaften der am RSG unterrichteten modernen Weltsprachen Englisch, Französisch und Spanisch ein, indem sie die Gäste mit einem fröhlichen „welcome“, „bienvenue“ oder „bienvenido“ willkommen hießen. Kreative Spiele und Vorführungen weiteten hier den Blick für die Welt, die sich den Schülern durch diese Sprachen eröffnen wird, und unterstrichen so nachhaltig, welcher Stellenwert der Kommunikation in der Welt von heute zukommt. Hier konnte man durch landesübliche  Spezialitäten wie etwa selbstgemachte Crepes einen Vorgeschmack auf diese Fächer bekommen.

Einen Kernpunkt des Nachmittags bildete der jeweils 20-minütige Schnupperunterricht in den Fächern Latein und Englisch. Dabei konnten Schüler und Eltern erste Eindrücke von der Arbeit in diesen Fächern sammeln.

Die Naturwissenschaften boten reichlich Gelegenheit, neue Erkenntnisse zu sammeln: Die Physiker brachten Tischtennisbälle zum Schweben oder zeigten Effekte der Lichtbrechung. Nicht weniger verzauberte die Fachschaft der „Mathemagie“. Hier konnten die Besucher die Magie der Zahlen erleben und mit Harry Potter kreative Aufgaben lösen. Die Fachschaft Chemie besann sich auf die alchemistischen Wurzeln ihres Faches und vergoldete u.a. Cent-Stücke. Zudem faszinierten Teebeutelraketen und die chemische Analyse alltäglicher Substanzen die künftigen Gymnasiasten. Für weitere „zündende“ Effekte sorgte die Chemie-Show der Oberstufe.

Die Wirtschafts- und Rechtslehrer kredenzten in der „Wirtschaftsbar“ neben alkoholfreien Cocktails Erkenntnisse zum Wirtschaftszweig und präsentierten die im Rahmen des Unterrichts umgesetzte Projekte. In Geographie konnte man einiges über Mineralien erfahren und sogar Edelsteine gewinnen. Hightech kam im Umgang mit Robotern zum Einsatz. In den bestens ausgestatteten Computerräumen war ein erster Einblick in die Welt der Programmiersprachen und der Textverarbeitung möglich.

Dass am RSG Kreativität großgeschrieben wird, demonstrierte nicht nur der musikalische Willkommensgruß. Herr Simeth stellte interessierten Schülern das Konzept der Bläserklasse und die entsprechenden Instrumente vor. Ebenso trug die Fachschaft Kunst mit Exponaten zum abwechslungsreichen Bild der Schule bei.

Zudem wurden im Unterricht der siebten Jahrgangsstufe erstellte kreative Bearbeitungen des Nibelungenliedes präsentiert. Die Fachschaft Geschichte brachte den Kindern die Welt der alten Ägypter näher und die Fachschaft Deutsch entführte die Kinder in der schuleigenen Bibliothek durch ein literarisches Memory in die faszinierende Welt der Jugend- und Kinderbücher. Das Angebot der Fachschaft Sport stand ganz im Zeichen des Phänomens „Bewegung“, dem sich die Kinder begeistert in einer Bewegungslandschaft hingaben. Auch brachten die Moves der „Funky Dancers“ aus den sechsten Klassen die Sporthalle zum Beben.

Die Schüler des P-Seminars Sport konnten zusammen mit ihrem Seminarleiter Josef Schönberger den von ihnen neu gestalteten „Fitnesstempel“ in Gegenwart des Schulleiters und ihrer externen Partner eröffnen. Aus dem weiteren Angebot des RSG sind der Imkerei-Kurs, die AG Schulschach und die Schulsanitäter zu nennen, die ebenfalls ihre Tätigkeitsfelder vorstellten.

In der Pausenhalle informierte das Hausmeisterehepaar Engl über die Mittagsverpflegung. Zudem hatte die SMV einen Kaffee- und Kuchenverkauf, das Bistro „Chez Robert“, organisiert, damit sich die Gäste zwischendurch ein wenig erholen und die vielfältigen Eindrücke auf sich wirken lassen konnten.

Während des Nachmittags präsentierte Schulleiter Günter Habel speziell für die Eltern das RSG und seine Unterrichtsangebote: vielfältige Möglichkeiten der Ausbildung bieten sich den Schülern da das RSG einen wirtschaftswissenschaftlichen, neusprachlichen und humanistischen Zweig führt.

So können die Schüler in der 5. Klasse wählen, ob sie mit Latein oder Englisch beginnen wollen. Als zweite Fremdsprache folgt demnach in der 6. Klasse Englisch bzw. Latein. Gleichwohl hob Direktor Habel die Vorzüge von Latein als erster Fremdsprache hervor, da es von Anfang an genaues Arbeiten erfordere, die Schüler an das wissenschaftliche Vorgehen heranführe und als „Basissprache Europas“ das Erlernen weiterer Sprachen erleichtere. Unabhängig von der Fächerwahl sei natürlich die Bereitschaft zu lernen die Basis jeden schulischen Erfolgs.

Während der Unterricht am Wirtschafts-Zweig in engem Kontakt zur ökonomischen Praxis steht, repräsentiert das Französische eine Weltsprache, die eine wichtige Stellung einnimmt. Dagegen ist Griechisch über das rein Sprachliche hinaus auch als Persönlichkeitsbildung zu verstehen. Außerdem ist es möglich, nach der 9. Klasse Spanisch als spät beginnende Fremdsprache zu erlernen.

Zudem präsentierte der Schulleiter das am RSG praktizierte Konzept Mental-Top, das über die Bausteine „gehirngerechte Ernährung“, „rechtzeitiges Trinken“, „Bewegung“, „Visualisierung“ und „mentale Aktivierung“ die Versorgung und Leistungsfähigkeit des Gehirns optimieren will.

Nähere Informationen zu diesem Konzept wie auch zu der am RSG seit vier Jahren zum festen Bestandteil des Schulprofils gewordenen „Gebundenen Ganztagsklasse“ konnten interessierte Eltern und Schüler während des gesamten Nachmittags bei der stellvertretenden Schulleiterin Angela Schöllhorn in den Räumlichkeiten der Ganztagsklasse erhalten. Daneben besteht die Möglichkeit der „Offenen Ganztagsschule“, in der Schüler von Montag bis Donnerstag an den Nachmittagen gefördert werden. Die Anmeldung zu diesen Angeboten erfolgt bei der Einschreibung.

Während der gesamten Veranstaltung standen die Schulleitung mit Direktor Günter Habel, der Stellvertreterin Angela Schöllhorn, dem Mitarbeiter im Direktorat Harald Pröm sowie der Elternbeirat den Gästen für Fragen zur Verfügung.

Wer sich für das Robert-Schuman-Gymnasium entscheidet und im kommenden Schuljahr übertreten will, kann sich im Zeitraum vom 9. bis 13. Mai 2016, täglich von 8.00 bis 17.00 Uhr, im Sekretariat anmelden. Der Probeunterricht findet heuer vom 31. Mai bis 2. Juni 2016 zentral am Joseph-von-Fraunhofer-Gymnasium statt.