„Und was soll ich dich lehren? Das Müllern – oder auch alles andere?“, wollte der Müller wissen.
„Das andere auch“, sagte Krabat.

Ja, Krabat will das andere auch lernen. Das ist mutig, zugleich aber fast naiv, könnte man ihm vorwerfen, denn er hat zu Beginn keine Ahnung, was der Meister mit diesen Worten meint. Krabat jedoch riskiert es, weil er als armer Betteljunge nichts zu verlieren hat. Zunächst einmal. – Doch im Laufe der Zeit begreift er, was auf der Mühle vor sich geht. Er gewinnt Freunde und Zaubermacht, schließlich auch die Liebe eines mysteriösen Mädchens. „Kantorka“ wird sie genannt – die Vorsängerin. Sie setzt am Ende alles aufs Spiel, wagt es, in die Mühle zu kommen, und besiegt allein durch die Macht des Gefühls die dunkle Macht des Meisters. Das Ende des Meisters bedeutet auch das Ende der Mühle – Krabat und die Mühlknappen wissen das. Und sie wissen, was sie verlieren, aber auch, was sie gewinnen.


Am Freitag, den 11.01.2019, hatten die 6. Klassen des Robert-Schuman-Gymnasiums Cham die Gelegenheit, Otfried Preußlers „Krabat“ als Bühnenstück in Regensburg zu sehen. Das RSG besucht als Kooperationsschule des Theaters Regensburg regelmäßig Vorstellungen und auch dieses Mal hat es sich wieder gelohnt, denn die Bearbeitung des Stoffs für die Bühne durch das Junge Theater ist außerordentlich gelungen. Mit nur drei Schauspielern und einer Schauspielerin wird hier das Geschehen auf der Mühle sozusagen im Rückblick erzählt. Bewundernswert das Tempo der Inszenierung auf kleinstem Raum, die Choreographie und die Wandlungsfähigkeit des Ensembles. Als Belohnung gab es tosenden Applaus von den Sechstklässlern. Nach der Vorstellung mischten sich die vier Schauspieler noch für ein gemeinsames Erinnerungsfoto unter die RSGler, die von ihren Deutschlehrern Beate Amberger, Karolin Heil und Wolfram Steininger begleitet wurden.