Vorbilderakademie? Was ist das? Was macht man dort? Genau diese Fragen hat sich Bettina Chui auch gestellt, als ihr ihre Lehrerin einen Flyer von der Vorbilderakademie überreichte mit den Worten, dass sie es toll fände, wenn sie daran teilnehmen würde.

Die Vorbilderakademie Süd hat dieses Jahr im Max-Reger-Gymnasium in Amberg in der ersten Septemberwoche stattgefunden. Die Vorbilderakademie ist ein Projektangebot von Bildung & Begabung für Jugendliche mit Migrationshintergrund. Die Hauptziele sind die Entdeckung und Weiterentwicklung der Begabungen und Stärken jedes einzelnen Teilnehmers. Ferner sollen ihre Interessen geweckt werden und ihre Fähigkeiten in Rhetorik, Auftreten, Zeitmanagement, Teamarbeit usw. verbessert und trainiert werden. Außerdem können die Jugendlichen weitere Kurse belegen, um sowohl neue Themenfelder kennenzulernen, als auch ihr Wissen zu bekannten Themen zu vertiefen. In diesem Jahr waren Kulturwissenschaften, Wirtschaftswissenschaften, Verhaltensökonomie und Biochemie im Angebot. Bettina hat den Kurs Biochemie gewählt, weil Biochemie die Bereiche Biologie, Chemie und Medizin berührt und Bettina sich für die chemischen Prozesse in Menschen und in Tieren sehr interessiert.

Zur „Vorbilder“akademie werden Referenten eingeladen, die über sich, ihre Herkunft, ihren Werdegang und ihre Arbeit berichten. Außerdem sollen die Jugendlichen auch erzählen, wer ihre Vorbilder sind und aus welchem Grund, oder warum sie keine Vorbilder haben.

Der Tagesablauf war vom Frühstücks morgens bis zu den Abendveranstaltungen mit Kursen und Workshops gut gefüllt, an einem Nachmittag statteten die Teilnehmer sogar der Technischen Hochschule einen Besuch ab. Natürlich gab es auch Zeiten zur freien Verfügung, in denen aber nie Langeweile aufkam und stets gemeinsame Aktivitäten gestartet wurden.

Bettina bewertet ihre Teilnahme an der Vorbilderakademie folgendermaßen: „Ich habe sehr viele unterschiedliche Persönlichkeiten kennengelernt, die alle in der Gruppe sehr gut miteinander harmonierten. Niemand – wirklich niemand – war allein oder wurde ausgeschlossen. Wir haben uns immer gegenseitig unterstützt sowie Interesse am Kennenlernen anderer Kulturen gezeigt. Aus einer Gruppe einander fremder Jugendlicher mit den unterschiedlichsten Hintergründen entstanden Freundschaften mit gemeinsamen Interessen.“ Der Abschied war sehr emotional, denn, obwohl die Vorbilderakademie nur eine Woche gedauert hatte, hatten sich die Teilnehmer bald ins Herz geschlossen und freuen sich auf ein baldiges Wiedersehen!

 

Auch wenn ihre Freunde sie zunächst für verrückt erklärt haben, ihre wertvollen Ferienzeit für die Teilnahme an der Vorbilderakademie zu opfern, bereut Bettina ihre Entscheidung nicht und kann die Vorbilderakademie nur weiterempfehlen. Als Fazit aus dieser einwöchigen Vorbilderakademie zieht sie mit etwas Abstand, dass ihr Auftreten nun selbstbewusster ist, sie ihr biochemisches Wissen vertiefen konnte und vor allem, dass sie sehr viele neue Freundschaften geknüpft hat. Das Wichtigste ist für sie jedoch zu wissen, dass man nie alleine mit seinen Problemen ist.