Im Rahmen der Vorlesungsreihe zum 50-jährigen Jubiläum des Robert-Schuman-Gymnasiums durfte sich die Schulfamilie über einen synästhetischen Beitrag freuen. Denn der ehemalige Schüler Peter Spielbauer, Abiturjahrgang 1974, erörterte „philosokomisch“ die Frage „Wieviel Humor (er)trägt das Gymnasium?“ vor einer großen Zahl von Freunden und Ehemaligen des RSG im Sparkassensaal.

Zu Beginn des Abends berichtete Peter Spielbauer von den überaus positiven anregenden Erfahrungen, die er als Schüler am Schuman gemacht hatte und die ihn, den Fast-Absenzenkönig, dazu bewogen hatten, den Umweg eines weiteren Jahres an der Schule zu genießen. Doch auch dieser Umweg ist für ihn rückblickend ein großes Glück, da er so nicht nur in den Genuss eines zweiten Skikurses kam, sondern auch ein weiteres Jahr die Anregungen seiner Lehrer, die er als begnadete Performer und damit als nachahmenswerte Charakterdarsteller empfand, aufsaugen konnte. Besonders lobte er hierbei den Einfluss des ehemaligen Kunstlehrers Gerhard „Hupferl“ Schmidt, der ihn beim Mitwirken in der Schulspielgruppe zum Künstlersein ermutigte. Auch kam ihm natürlich zu Gute, dass er schon als Schüler ein Gespür dafür entwickelt hatte, die Welt mit ihren „Wahrheiten“ zu hinterfragen. Folgerichtig plädierte er auch für einen wöchentlichen Wandertag an Gymnasien, der im peripatetischen Stil zu einem „hirnöffnenden Dialog“ zwischen Lehrern und Schülern führen soll.

Waren die Ausführungen Spielbauers zu seiner Schulzeit und zur Schule an sich stets philosophisch durchsetzt und zugleich humorvoll-komisch, so gingen sie dann nahtlos in eine Kostprobe seines Bühnenprogramms über, in der er mit sprachlich feiner Klinge die Kommunikation der Menschen am Beispiel des Lesens der Tageszeitung (des „flatten Blattes“) beleuchtete und dabei in (fast-)sokratischer Weise der Wahrheit nachspürte und sich darüber hinaus Gedanken über Gott und die Welt machte. Mit diesen Assoziationen beendete Peter Spielbauer sein Bühnenprogramm und entließ das Publikum in die Pause, während der die SMV Häppchen und Getränke reichte.

Im zweiten Teil des Abends stand Peter Spielbauer dem Publikum in einer nicht minder amüsanten Gesprächs- und Fragerunde Rede und Antwort. Er stellte dabei seinen wechselvollen und doch stets konsistenten Lebensweg dar. Nach dem Abitur habe er verschiedenste Studiengänge (darunter auch Theaterwissenschaften) in Berlin ausprobiert und sei dann zum Zivildienst nach München gewechselt. Auch habe er eine Gärtnerlehre begonnen, habe sich dann aber, da „Lauch nun einmal sehr langsam applaudiere“, mehr und mehr der Kleinkunst zugewandt. Dabei waren es zunächst die klassischen Clownstechniken, die er in immer etwas unkonventioneller Weise gepflegt habe. Im Laufe der Zeit habe sich sein Stil vom politischen Clownskabarett fortentwickelt und der Inhalt sei immer mehr in den Vordergrund gerückt.

Auch gewährte Spielbauer dem Publikum Einblick in seine „Denkwerkstatt“. In den kreativen Schaffensprozessen sei er noch ganz geprägt von den am Schuman erlernten Techniken der Stoffsammlung. Zwar verwerte er viele seiner dabei entstehenden Ideen nicht unmittelbar, doch erkenne er oft Synchronizitäten im alltäglichen Leben und nehme diese gerne in seine Programme auf, die sich langsam in Versatzstücken herauskristallisieren, aber auch einem ständigen Wandel unterworfen sind und sich stets weiterentwickeln. Großen Wert lege er stets auf inhaltliche Freiheit und die Verbindung von Objekthaftigkeit und Inhalt.

Nachdem Peter Spielbauer so das Publikum an einem Abend auf zweifache Weise bestens unterhalten und zugleich tiefsinnig angeregt hatte, bedankte sich Schulleiter Günter Habel mit der Festschrift des RSG und einer Eule als Zeichen der sokratischen Weisheit bei dem Künstler, der sich mit der Gegengabe eines seiner Bücher revanchierte.