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Besuch des RSG in der KZ-Gedenkstätte Dachau 

30. April 2026

Die Lüge im Tor 

von Edgar Kupfer-Koberwitz (Überlebender des KZ Dachau) 

„Arbeit macht frei-“ ist mitten im Tor 

In Eisen geschmiedet zu sehn,- 

Die Augen halten staunend davor 

Jedes Mal wenn durchs Tor wir gehen- 

Arbeit macht frei,- so lügen sie, 

Arbeit macht frei,- so trügen sie, 

Arbeit macht frei,- so prahlen sie, 

Arbeit macht frei,- doch zahlen sie, 

Arbeit mit Tod zurück. 

Arbeit macht frei,- das ist ein Hohn, 

Arbeit macht frei,- o Deutschland Sohn, 

Arbeit macht hier nicht frei!- 

So seht es doch, was alle sehn 

„Der Tod macht frei!-“ das sollte stehn: 

„Tod löst die Tyrannei!“ 

Das Gedicht „Die Lüge im Tor“ von Edgar Kupfer-Koberwitz beschreibt eindringlich die grausame Realität im Konzentrationslager Dachau. Besonders die Zeilen über den Schriftzug „Arbeit macht frei“ verdeutlichen, wie grausam und menschenverachtend die Nationalsozialisten vorgingen. Für die Häftlinge bedeutete Arbeit keine Freiheit, sondern Leid, Gewalt und für viele den Tod. Auch heute noch erinnert das Tor der Gedenkstätte an die Verbrechen des Nationalsozialismus und mahnt dazu, die Vergangenheit nicht zu vergessen. 

Um sich intensiver mit diesem wichtigen Kapitel deutscher Geschichte auseinanderzusetzen, besuchten die 9. Klassen des Robert-Schuman-Gymnasiums die KZ-Gedenkstätte Dachau. Bereits beim Betreten des ehemaligen Lagergeländes wurde den Schülerinnen und Schülern bewusst, dass dieser Ort weit mehr vermittelt als ein Geschichtsbuch. Während einer Führung über das Gelände erhielten die Klassen zahlreiche Informationen über die Geschichte des Konzentrationslagers, das Leben der Häftlinge und die unmenschlichen Bedingungen im Lager. Die anschaulichen Erklärungen machten die historischen Ereignisse für die Jugendlichen besonders eindrucksvoll und greifbar. 

Im Verlauf des Rundgangs besichtigten die Schülerinnen und Schüler auch das bekannte Denkmal aus Stacheldrahtfiguren. Wie bereits im Gedicht beschrieben wird dort die Hoffnungslosigkeit vieler Häftlinge deutlich, die keinen Ausweg mehr sahen und teilweise den Freitod wählten, um dem täglichen Leid zu entkommen. Die Figuren, die sich in den Zaun werfen, verdeutlichen eindrucksvoll die Verzweiflung und das menschliche Leid im Konzentrationslager und machten die bedrückende Atmosphäre des Ortes für die Jugendlichen besonders spürbar. 

Der Besuch der Gedenkstätte hinterließ bei den Schülerinnen und Schülern einen nachhaltigen Eindruck. Die erhaltenen Gebäude, Mahnmale und Ausstellungen regten zum Nachdenken über Verantwortung, Menschlichkeit und Demokratie an. Mit vielen neuen Eindrücken und nachdenklichen Gesprächen traten die Klassen schließlich die Heimfahrt an. Der Besuch der Gedenkstätte zeigte eindrucksvoll, wie wichtig Erinnerungskultur auch heute noch ist. Nur wer sich mit der Vergangenheit auseinandersetzt, kann dazu beitragen, dass sich solche Verbrechen niemals wiederholen.  

Anne Sommer 

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