Erlebnisreiche Tage mit den tschechischen Gastschülern der EUREGIO Bayrischer Wald – Böhmer Wald – Unterer Inn
Fahrt von Schülerinnen und Schüler der 10. Klassen nach München.
Aufbruch früh am Morgen mit dem Taxi nach Deggendorf, von wo aus uns, d.h. 10 Schülerinnen der 10 a und der 10b und Frau Stahl, der Bus der EUREGIO Bayrischer Wald – Böhmer Wald - Unterer Inn nach München brachte. Im Rahmen des Gastschuljahres 2025/26 hatte uns Frau Dreher, die Leiterin des Austausches, zu der Fahrt nach München eingeladen. Pünktlich erreichten wir das Maximilianeum. Nach der Sicherheitskontrolle wurden wir augenzwinkernd mit der bayerischen Weisheit „Ohne Mampf kein Kampf“ begrüßt und in die Landtagskantine, die eher einem gehobenen Speiselokal gleicht, eingeladen. Nach einem Mittagessen und einer Führung durch das Maximilianeum – das heute neben dem Landtag die Stiftung Maximilianeum zur Förderung besonders begabter bayerischer Studierender beherbergt – folgte eine lebhafte Stunde mit dem Abgeordneten Max Deisenhofer. Die bayrischen und tschechischen Schüler nutzten die Zeit so intensiv für Fragen, dass wir das Zeitlimit sogar um fünf Minuten überschritten.
Besonders beeindruckend waren die Historienbilder im Saal des früheren Senats, etwa zur Schlacht von Salamis oder zum Fall Heinrichs des Löwen. Im Anschluss besuchten wir die Staatskanzlei. Nach einer Sicherheitsüberprüfung wurden wir durch das Haus geführt. Der moderne Bau mit seiner Glasfassade zum Hofgarten hin symbolisiert die Transparenz der bayerischen Politik. Im Kabinettssaal, wo die Minister an einem ovalen Tisch tagen, ließ es sich Frau Stahl nicht nehmen, den Platz von Dr. Markus Söder auszuprobieren. Sie hat festgestellt, dass man an dem Stuhl nicht kleben bleibt.
Ein Highlight war das Gespräch mit Frau Fröba, der Leiterin des Besucherdienstes, über ihre Arbeit bei der Planung von Auslandsreisen des Ministerpräsidenten. Sie schilderte eindrücklich, wie sehr der Austausch mit den internationalen Vertretungen, etwa in der Ukraine, auch für die Mitarbeiter belastend sein kann. Im Dialog mit tschechischen Austauschschülern und dem tschechischen Generalkonsul über die Unterschiede im Schulsystem erfuhren wir, dass an tschechische Schulen mehr gelernt werden muss, während es an deutschen Schulen zwar seltenere, aber dafür anspruchsvollere Prüfungen gäbe.
Nach einem Sandwich im Bus und dem Check-in für die eine Gruppe im Hotel und für die andere Gruppe im Hostel, stand die Bayerische Staatsoper auf dem Programm. Die Inszenierung von Verdis „Macbeth“ war musikalisch herausragend, sorgte aber durch ihre unkonventionelle Ästhetik – etwa kopfüber hängende Akteure – für geteilte Meinungen. Da die Plätze im 1. Rang teils stark sichtbehindert waren, ließ die Oper für einige viel zu wünschen übrig.
Der nächste Tag wurde zur Geduldsprobe: Ein Streik legte den U-Bahn-Verkehr komplett lahm. Während die Gruppe aus dem Hostel zu Fuß zum Adalbert-Stifter-Verein gelangte, kämpfte sich die andere Hälfte mit dem Busfahrer Kevin durch das Verkehrschaos. Der Busfahrer meisterte in seinem neuen Fahrzeug sogar eine heikle Rettungsgassen-Situation, als ein Krankenwagen mit laufender Sirene passieren musste. Da keine U-Bahn fuhr, mussten wir das Gepäck zur Stadtführung mitschleppen. Trotz des Schepperns der Trolleys auf dem Kopfsteinpflaster erfuhren wir Spannendes über Münchens Ursprünge und die Legende um Kaiser Ludwig den Bayern. Erschöpft, aber um viele Erfahrungen reicher, traten wir die Heimreise an und erreichten noch knapp den Anschlusszug nach Cham. Unser Fazit: Das war definitiv eine Fahrt, die wir alle so schnell nicht vergessen werden.
Autor: Michaela Stahl Fotos: Michaela Stahl