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Mittelalter hautnah 

04. Februar 2026

Wie schwer ist eigentlich ein Kettenhemd? Warum trugen Menschen im 15. Jahrhundert fast immer einen Dolch bei sich? Und wie kämpft ein Helmbartenblock in Formation? Antworten auf diese Fragen erhielten die Siebtklässler aus erster Hand – und zwar von der ReenactmentGruppe „Arma Georgii“ aus Furth im Wald, die für einen außergewöhnlichen Schulvormittag sorgte.vDer Verein hat sich der „erlebbaren Geschichte“ verschrieben. Statt trockener Jahreszahlen und schwerer Geschichtsbücher bringt „Arma Georgii“ das Mittelalter direkt in die Klassenzimmer – oder wie in diesem Fall: in die Aula. Die Mitglieder widmen sich seit Jahren der möglichst authentischen Darstellung des späten Mittelalters, speziell des 15. Jahrhunderts. Ihr Wissen über Alltagsleben, Handwerk, Waffen und Gesellschaft bauen sie kontinuierlich aus – und geben es mit sichtbarer Begeisterung weiter. 

Ein Blick in die Welt des 15. Jahrhunderts 

Die Schüler erwartete ein abwechslungsreiches Programm: In kurzen, altersgerecht aufbereiteten Vorträgen erfuhren die Jugendlichen, wie die mittelalterliche Gesellschaft aufgebaut war, welche Rolle Frauen und Kinder im Alltag spielten und warum Lebensmittel im Spätmittelalter oft kostbarer waren, als man heute denkt. Auch Kleidung, Alltagsgegenstände sowie Küchenutensilien wurden anschaulich erklärt. Besonders aufmerksam lauschten die Schüler der Einführung in Waffentechnik und Kriegsführung. Die Vereinsmitglieder demonstrierten verschiedene Waffenarten, erläuterten die Taktik eines Helmbartenblocks und erklärten, warum das Söldnerwesen im 15. Jahrhundert eine bedeutende gesellschaftliche Rolle spielte. 

Anfassen ausdrücklich erlaubt 

Für strahlende Augen sorgte der praktische Teil: Unter fachkundiger Aufsicht durften die Gymnasiasten Rüstungen, Kleidung, Schilde und Waffen selbst in die Hand nehmen. Das Gewicht eines Schwertes oder die Enge einer Rüstung zu spüren – das machte Geschichte buchstäblich (be)greifbar. Viele nutzten die Gelegenheit, eine Kettenhaube aufzusetzen oder einen Gambeson anzuprobieren. Andere staunten über den geschickten Umgang der Vereinsmitglieder mit historischen Waffen oder ließen sich erklären, wie man ein mittelalterliches Lagerleben authentisch nachstellt. Der Besuch von „Arma Georgii“ verwandelte für einen Vormittag die Schule in einen kleinen Zeitsprung ins Spätmittelalter. Die Verbindung aus fundiertem Wissen, anschaulichen Erklärungen und echten Ausrüstungsgegenständen machte die Geschichtsstunde nicht nur lehrreich, sondern für viele Schüler zu einem unvergesslichen Erlebnis. 

Text und Bilder: Beate Helneder-Amberger 

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