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Geldpolitik in herausfordernden Zeiten 

09. März 2026

Vortrag von Melanie Hansmeier von der Bundesbankhauptverwaltung in München

Unter diesem Motto stand eine Doppelstunde der besonderen Art. Frau Melanie Hansmeier von der Bundesbankhauptverwaltung in München legte den Schülern die Grundzüge der Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) dar. In ihrem kurzweiligen Vortrag spannte sie einen Bogen über die Geldpolitik der letzten 100 Jahre, betonte dabei die Bedeutung einer stabilen Währung und belegte dies auch anhand von historischen Ereignissen, wie der Hyperinflation 1923 oder der Erfahrungen mit Deflation im Deutschland der 1930er Jahre. Nach einer ausführlichen Erläuterung von Ziel und Funktionsweise der Geldpolitik, kam Frau Hansmeier auf die derzeitigen Herausforderungen der Geldpolitik zu sprechen, bei wieder steigenden Inflationsraten zum einen die Preisniveaustabilität nicht aus den Augen zu verlieren, auf der anderen Seite aber auch den sich anbahnenden zarten wirtschaftlichen Aufschwung nicht abzuwürgen. Diese Gratwanderung verlangt der EZB nach einer Phase zu hoher Inflationsraten mit steigenden Zinsen und einer Beruhigung mit fallenden Zinssätzen alles ab. Bedenkt man hierbei auch eine Verzögerung von mindestens 12 Monaten zwischen Zinsänderung und Veränderung des Preisniveaus, wird die Problematik zur Gänze nachvollziehbar. Am Ende ihres informativen Vortrags wies Frau Hansmeier noch auf die Möglichkeiten des (dualen) Studiums bei der Bundesbank hin und stellte die Zentralbank als attraktiven Arbeitgeber heraus. Abschließend richtete sie den eindringlichen Appell an die Schülerinnen und Schüler, sich noch mehr für ökonomische Zusammenhänge zu interessieren, da viele Entscheidungen aus dem Bereich der Geld- und Wirtschaftspolitik uns auf den ersten Blick nicht betreffen, jedoch mittelbar sehr starke Auswirkungen in unserem ganz persönlichen Umfeld haben.  

Autor: Michael Wolfrum